Rotweine von der Mosel

An dem größten Steillagenweinbaugebiet der Welt entfalten sich im Tal der Mosel mit seinen Nebentälern der Saar und Ruwer die wertvollen Reben für die deutschen Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA). Das deutsche Weinbaugebiet „Mosel“ genießt einen langjährigen guten Ruf für den hervorragenden Riesling, deren Anbaufläche mit mehr als 5300 Hektar die Größte weltweit darstellt. Während zwischen 1933 und 1986 der Anbau und die Herstellung von Rotwein in dieser Region verboten war, werden seit 27 Jahren auf mehr als 800 Hektar wieder Rote Reben gepflanzt. Professionelle Winzer produzieren hier hochwertige und besondere Weine wie den Spätburgunder (Pinot Noir), Dornfelder, Müllerrebe (Pinot Meunier), Regent und Merlot.

Das Weinbaugebiet Mosel und seine führenden Rotweinsorten

Schon vor rund 2000 Jahren erwies sich bereits bei den Römern diese Region als sehr geeignete Lage für den Weinanbau. Archäologische Funde antiker römischer Kelterhäuser bewiesen, dass hier seit damaliger Zeit sowohl Weißweine als auch Rotweine in großem Umfang angebaut und hergestellt wurden. Der älteste Weinort Deutschlands ist Neumagen im moselländischen Landkreis Bernkastell-Wittlich, dessen älteste Sehenswürdigkeit das „Neumagener Weinschiff“ das Grabmal eines römischen Weinhändlers um 220 n. Chr. ist. Dieses Denkmal lässt darauf schließen, das bereits zu dieser Zeit besondere Weine der Region in andere Länder verschifft und exportiert wurden. Die Weinreben gedeihen hier an den steilen sonnigen Hanglagen im Moseltal vorwiegend auf Schieferböden und Muschelkalkböden. Von 1936 bis 2007 wurden die Weine nach der Gebietsbezeichnung „Mosel-Saar-Ruwer“ aus dem Weingesetz von 1906 mit dem Weinetikett „Mosel-Saar-Ruwer-Region“ versehen. Seit November 2007 wurde sowohl das Weinbaugebiet als auch die Weinetikette in „Mosel“ umbenannt. Die neue Bezeichnung setzt sich auf internationaler Ebene besser durch. Obwohl noch immer der Großteil an Anbauflächen mit weißen Rebsorten bepflanzt wird, spezialisieren sich immer mehr Winzer und Weingüter auf rote Rebstöcke. Zu den führenden und zum Teil ausgezeichneten roten Sorten und Weinen der Mosel gehören besonders der Spätburgunder, der Dornfelder, der Regent, die Müllerrebe und der Merlot.

Die Rotweine Pinot Noir, Pinot Meunier und Dornfelder von der Mosel

Die rote Rebe Spätburgunder (Pinot Noir) gilt als eine der bedeutendsten und qualitativ hochwertigsten Rebsorten für Rotwein und wurde auch aufgrund ihrer Begehrtheit auf das Niveau einer Edelrebe erhoben. Die klassische Rebe bevorzugt kühlere Weinbaugebiete wie Burgund und auch deutsche Weinbaugebiete wie die Mosel Region. Der Spätburgunder bildet zudem eine wichtige Grundlage für Champagner. In dem Weinbaugebiet Mosel wurde im Jahr 2011 der Spätburgunder als einer der wichtigsten Rebsorten in den Weinbauflächen der Mosel, Saar und Ruwer auf 366 Hektar bestockt. Winzer produzieren hier mittlerweile Spitzenweine vom Spätburgunder, dass erst jüngst das Weingut Markus Molitor mit der internationalen Auszeichnung des „Grand Pinot Noir Award 2012“ bewies. Den „2007 Graacher Himmelreich, QbA“ von der Mosel kürten auf dem Spätburgunder Symposium 18 internationale Wein Juroren unter weltweiten Top Weinen zum Sieger. Weinkenner werden ebenso wie Weinliebhaber die edlen Tropfen des Pinot Noir schätzen. Allein diese Auszeichnung beweist, welches Potenzial auf den Weinbergen der Mosel für rote Weinreben besteht. Die Müllerrebe auch als Pinot Meunier oder Schwarzriesling bekannt, gilt als ein Mutant des Blauen Spätburgunders und ähnelt allein nur in Wuchs und Form der Weißweinrebe Riesling. Die Müllerrebe stellt nicht nur geringe Ansprüche an Boden und Klima und ist auch aufgrund seines späten Austriebs eher frostunempfindlich. Sehr geeignet für deutsche Lande und Klima wie im Moseltal zeugen die Trauben einen rubinfarbenen bis ziegelroten Wein, der mit einem eher fruchtigen Aroma die Gaumen der Weinliebhaber auch zu schweren Gerichten wie Fleisch und Käse erfreut. Neben dem Spätburgunder und Chardonnay gehört auch die Müllerrebe zu den Rebsorten, die für den Champagner verwendet werden. Während in der Champagne rund 50 Prozent die Anbaufläche für die Müllerrebe einnimmt, bauen Winzer in dem Weinbaugebiet Mosel den Pinot Meunier auf circa 11 Hektar Rebfläche an. Auf deutschen Weinbaugebieten beliebt ist der Dornfelder Rotwein, der eine Kreuzung aus den Rebsorten Helfensteiner und Heroldrebe bildet. August Herold schuf diese Neuzüchtung im Jahr 1955 an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau und Obstbau in Weinsberg. Die Rebe Dornfelder treibt relativ früh aus und ist empfindlich für mögliche Frühjahrsfröste. Der schwarzrote und fruchtige Wein gilt in Deutschland als ein Modewein. Das Mosel Weinbaugebiet verzeichnet eine Rebfläche für den Dornfelder Wein von rund 344 Hektar. Zahlreiche Winzer und Weingüter nehmen sich dieser edlen Herstellung des Dornfelders an und laden Gäste zu einer Weinverkostung ein.

Der Regent und Merlot von der Mosel

Immer häufiger wird der Regent auch an der Mosel bepflanzt. Als ein neuer Stern am roten Weinhimmel stellt der Regent eine Kreuzung von den weißen Rebsorten Silvaner sowie Müller-Thurgau und der roten Rebe Chambourcin dar. Diese Neuzüchtung geht auf Gerhard Alleweldt im Jahr 1967 zurück. Hauptmerkmal der Rebe ist die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten beziehungsweise Befall der Rebe. Farbintensiv und kräftig gilt der Rotwein weltweit als hochwertiger Qualitätswein. Geschmacklich und auch als Verschnittpartner ist er dem Merlot ähnlich. In dem Moselgebiet wird der Regent gerade mal auf 59 Hektar angebaut, wovon zum Beispiel Weingut Amlinger&Sohn den edlen Tropfen anbietet. Ob eine Weinverkostung, eine Besichtigung des Weingutes oder ein Urlaub inmitten der Weinlandschaft, das Weingut bietet den Regent ab dem Jahrgang 2005 zum Probieren an. Weinkenner werden diesen guten Tropfen genießen. Der Merlot stammt ursprünglich aus französischen Gegenden um Bordeaux und gehört auch in Deutschland zu den edlen und begehrenswerten Weinsorten. Im Gebiet der Mosel werden jedoch gerade mal 8 Hektar (Stand 2007) angebaut. Der dunkelrote Merlot der frühreifen Rebe ist ein fruchtig samtweicher und vollmundiger Rotwein, der nur wenige Jahre bis zur Genussreife benötigt. Aufgrund seiner Harmonie zu Eiche reift der Wein besonders gut in Barriques (Eichenfässern). Bisher nur sehr wenige Winzer bauen die Rebsorte in Deutschland an, wovon allerdings Weingüter wie „Stein“ an der Mosel unter anderen hochwertige Merlot-Weine herstellen.

Weingut hochwertiger Rotweine an der Mosel

Bereits seit dem 16. Jahrhundert, verstärkt seit 1948, widmet sich der Familienbetrieb des Weingutes „Stein“ der leidenschaftlichen Produktion edler Weine von der Mosel. Auf einer Weinverkostung können hier zum Beispiel edle tiefgründige Spätburgunder, Cuvées vom Dornfelder und Merlot sowie Cabernet-Merlot Spezialitäten probiert werden. Die roten Trauben werden traditionell durch die offene Maischegärung in kleinen französischen Eichenfässern zu opulenten, edlen, samtigen und langlebigen Rotweinen herangereift.

Das deutsche Weinbaugebiet Mosel bietet ausgezeichnete Bedingungen für edle Rotweinreben. Seit vielen Jahrzehnten nur auf Weißweine konzentriert, etablierten sich in der Region wieder zahlreiche Winzer und Weingüter, die sich dem Anbau edler roter Weinreben und der Herstellung hochwertiger Rotweine verschrieben, die für einen hervorragenden Genuss sorgen.

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Detlef Brinkmann

Bildquellenangabe: Ilona Steinchen / pixelio.de

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