Baden und seine Weißweine

Das drittgrößte Weinanbaugebiet in Deutschland verläuft an der westlichen Grenze zu Frankreich in Baden und bringt besondere Weine hervor. Baden ist das wärmste und zugleich am meisten mit Sonne gesegnete Anbaugebiet für Wein in Deutschland. Die außergewöhnliche Kombination aus Wärme, Sonnenschein und Niederschlag begünstigt die Züchtung und den Anbau von besonders qualitativen deutschen Weinen. Die verschiedenen Bodenarten erlauben dabei eine bezeichnende Vielfalt der Rebsorten. Im Weinanbaugebiet Baden hat die Ernte Tradition. Hier können Neulinge schnell zum Weinkenner werden. Die Geschichte des Weinanbaus in Baden beginnt um 1700 n. Chr. Karl Friedrich von Baden (1728-1811) hat den Weinanbau deutlich forciert, als er an den brachliegenden Südhängen die besten Rebensorten anpflanzen ließ. Das Weinanbaugebiet Baden ist mit seinen 15.906 Hektar Rebfläche das südlichste in Deutschland. Der Durchschnittsertrag liegt bei 1,1 Millionen Hektoliter Most.

Die Weißweine von Baden

Auch wenn die Beeren des Grauburgunder Weins rötlich bis Rot gefärbt sind, so wird er doch zu den weißen Sorten gerechnet. Die Rebsorte ist eine Mutation des Spätburgunders oder Blauburgunders. Im Allgemeinen bringt der Grauburgunder säurearme, körper- und extraktreiche Weißweine mit einem hohen Alkoholgehalt hervor. Die gekelterten Weine haben oft eine kräftige goldgelbe Farbe. Es hat sich ein neuer Stil etabliert, bei dem die Trauben früher gelesen werden. Dabei entsteht ein Wein mit mehr Säure und geringerer Süße von einem eleganten Geschmack, der sehr gut zum Essen passt. Dieser Wein wird heute als Grauburgunder betitelt. Die Rebe wurde von Zisterziensermönchen im 13. oder 14. Jahrhundert aus dem Burgund nach Österreich gebracht, daher der Name.

1882 züchtete der Rebforscher Hermann Müller aus Thurgau die Rebsorte Müller-Thurgau. Diese Neuzüchtung ist heute die erfolgsversprechendste auf dem Globus. Sie ist heute die erfolgreichste Neuzüchtung in der ganzen Welt. Die Sorte stellt gegenüber anderen Sorten nur kleine Ansprüche an Klima und Boden. Die Sorte Müller-Thurgau ist wegen ihrer geringen Säure mild aber trotzdem fruchtig. Die Weine sollen getrunken werden wenn sie jung sind. Selten werden die Weine durch Lagerung besser. Beim Weinpublikum hat die Traube inzwischen einen schlechten Ruf. Sie wurde oft für minderwertige Massenweine hergenommen. Es können allerdings hervorragende Weine aus dem Müller-Thurgau gekeltert werden.

Die Rebsorte Bacchus ist eine Kreuzung aus Silvaner x Riesling. Seine Beliebtheit bei den Winzern verdankt sie der Tatsache, dass sie sehr früh reift und sehr hohe Reifegrade erreicht. Sie kann deswegen in Lagen angebaut werden, die für den Riesling nicht genutzt werden können. Die aus ihr gekelterten Weine sind aromatisch und fruchtig, allerdings nur, wenn das Lesegut wirklich ausgereift ist. Ab und zu fehlt es den Weinen an Säure. Sie werden dann oft mit Müller-Thurgau verschnitten. Bacchus hat zwittrige Blüten und befruchtet sich somit selbst. Hierdurch kann beim Weinanbau der wirtschaftliche Nachteil umgangen werden, nicht tragende männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Gutedel ist meist ein anregender Weißwein von blassgelber Farbe und vorwiegend trocken. Der Wein hat eine Betonung auf fruchtig, ist frisch, leicht und süffig. Seine Eignung als Tischwein zum Essen, besonders zu Spargelgerichten, ist nicht zu verleugnen. Wegen seiner Süffigkeit ist er auch ein ausgesprochener Zechwein. Aus dem Gutedel können bei großer Sorgfalt in Weinbau und Weinbereitung Weine von erlesenem Geschmack entstehen. Gutedel wird als eine der ältesten Rebsorten angesehen. Der Rebsorte tun die heißen und trockenen Tage im Hochsommer bei kühlen Fallwinden während der Nächte von den Bergen des Südschwarzwaldes gut.

Der Kerner wurde 1929 am Neckar aus roter Trollinger und weißer Riesling gekreuzt. Am Anfang hieß er weißer Herold. Später wurde die Rebsorte nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner umbenannt. Besonders feinfruchtig wird der Kerner in Württemberg um Heilbronn. Die Weine haben viel Ähnlichkeit mit dem Riesling. Sie haben einen hohen Zuckergehalt und eine gute Säure, manchmal zu einem leichten Muskatton tendierend. Die Sorte bringt ausgesucht rassige Weine hervor und ist eine der wertvollsten Neuzüchtungen. Auch diese Sorte ist zwittrig und somit selbstbefruchtend.

Der Riesling gilt als eine der besten und wichtigsten Rebsorten. Ein hohes Ansehen genießen ­die aus Deutschland stammenden Riesling Weine auch im Ausland. Von Blassgelb bis Goldgelb reicht die Färbung. Bei jungen Weinen zeichnen sich fruchtige Aromen wie Zitrone, Apfel und Pfirsich ab. Großenteils sind die Weine leicht bis mittelschwer. Die Betonung bei den Beschreibungen liegt oft auf frisch, rassig und mineralisch. Der Riesling kann sehr gut 5 bis 10 Jahre gelagert werden. Dabei weichen die Fruchtaromen in der Reifezeit zu mineralischen und Bodentönen. Als hochwertiger süßer Qualitätswein wird der Riesling als Eiswein oder über die Edelfäule geerntet. Hierbei kommt ein honigwürziges Aroma zur Geltung. Der Riesling kann sehr gut zur Herstellung von Schaumwein verwand werden.

Weingüter in Baden

Das Weingut Alexander Laible romantisch am Eingang zum Durbachtal. Zu dem Anwesen gehört eine liebevoll restaurierte historische Mühle. Dort finden die Weinproben und andere Events rund um den Wein statt. Hier können aus Interessenten weinkenner werden. Der Weinberg wird naturnah betrieben. Im Keller wird schonend veredelt. Die Weine lassen den Weinfreund die Trauben im Glas spüren. Die Hälfte der Anbaufläche ist mit Rieslingwein bestockt aber auch Grauburgunder wird unter anderen Sorten angebaut. Auf diesem Weingut kommen keine Pestizide zur Anwendung. Einige Rebstöcke hier haben mit über 50 Jahren ein eindrucksvolles Alter.

Ein erstklassiges Arbeitsteam produziert erstklassige Weine auf dem Weingut Salwey. Weinbau besteht aus viel Handarbeit, Erfahrung und viel Liebe zum Rebstock. Darauf ist man in diesem Weingut besonders stolz. Hier wird seit dem 18. Jahrhundert im Südwestzipfel von Baden, am Kaiserstuhl, Wein angebaut. Heute werden auf einer Gesamtfläche von etwa 40 Hektar überwiegend als besondere weine, Rieslingwein, Weiß- Grau- und Spätburgunder angebaut.

Badische Weißweine zum Essen

Für das leibliche Wohl lassen die frischen, fruchtigen Weine aus Baden den Spargel jedes Jahr wieder genüsslich auf der Zunge zergehen.

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Freundliche Grüße
Detlef Brinkmann

Bildquellenangabe: RainerSturm / pixelio.de

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